
Future Camps
Future Camps? Um was geht´s da?
Aller guten Dinge sind drei – das gilt auch für die drei Future Camps des ersten YVA-Projektzyklus. Sie waren emotional, kreativ, lehrreich und vor allem bestärkend. Durch die Zusammenarbeit von Jugendlichen, ExpertInnen, DolmetscherInnen und WerkstattleiterInnen durfte vor allem eins entstehen – ein Miteinander. Ein miteinander Wachsen. Ein einander Zuhören. Ein einander Auffangen.
Das Thema Strukturwandel scheint für viele Jugendliche zunächst weit entfernt. Oft überwiegt das Gefühl, ohnehin nichts verändern zu können – mit der Folge, dass viele junge Menschen nach dem Schulabschluss ihre Heimat verlassen. Das Projekt YVA – Youth Vision Action setzt genau hier an: Es gibt Jugendlichen aus dem Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen eine Stimme.
In kreativen Werkstätten wie Aktionskunst, Theater, Film, Fotografie, Design und Musik setzen sie sich mit Themen auseinander, die sie wirklich bewegen. Dabei geht es auch darum, Emotionen Ausdruck zu verleihen – jenseits von Worten. ExpertInnen zeigen auf, wie Beteiligung möglich ist und welche Chancen sie birgt.
Im Austausch mit Werkstattleitenden und über Biografiearbeit entstehen Verbindungen – aus dem Gefühl des Alleinseins wird ein Einssein. Die künstlerischen Ergebnisse der Camps machen diese Prozesse sichtbar und erlebbar.
Was für eine aufregende und emotionale Woche.
Vom 24.-30.11.2024 stellt sich das erste Future Camp des YVA–Projektes als ein Ort des Aufatmens, des Experimentierens und des ganz persönlichen Ausdrucks dar. Jugendliche aus Česká Lípa, Löbau und Kamienna Góra wagten sich in fremde Sprachen, neue Methoden und neue Orte – Und wurden dabei am allermeisten von sich selbst überrascht. Was zunächst von Schüchternheit und vorsichtiger Distanz geprägt war, verwandelte sich von Tag zu Tag in ein vertrauteres Miteinander, welches zu jeder Zeit Raum ließ für Unsicherheiten, Tränen, Mutproben und echte Verbindung. Statt sich mit vorgefertigten Themen abzufinden, fanden viele ihren Weg über biografische Geschichten zur Frage: Wer bin ich – Und wohin will ich? Dafür standen den Teilnehmenden die vier Werkstätten Design, Theater, Aktionskunst und Musik zur Wahl. Aus einfachen Gegenständen wurden sprechende Erinnerungen, aus leisen Sätzen kraftvolle Stimmen.
In Songs, Performances und Stop-Motion-Filmen thematisierten die Teilnehmenden Erfahrungen von Ausgrenzung, Trennung, Wut und Sehnsucht – Oft roh, manchmal poetisch, aber vor allem: immer authentisch. Eine Performance zeigte Jugendliche, die aus Bücherregalen nicht entkommen konnten – Gefangen zwischen Herkunft und Erwartung. Ein anderer Moment ließ das Publikum in völliger Stille zurück, als ein Junge sich unter einer Flut von Post-its mit Erwartungen und Rollen kaum noch bewegen konnte. Diese Woche hat gezeigt, dass es oft nicht die großen Antworten braucht, sondern offene Räume – für Fragen, Gefühle, Visionen. Und manchmal genügt ein Lied oder ein Blick, um zu wissen: Ich bin nicht allein.
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Mehr InformationenBeim Future Camp II vom 07.-15.03.2025 trafen sich Jugendliche aus Liberec, Herrnhut und Bogatynia in Großhennersdorf und Hoyerswerda, um gemeinsam eine Woche lang zu gestalten, zu musizieren, zu träumen und sich auszutauschen. Die anfängliche Zurückhaltung entwickelte sich auch dieses Mal schnell in ein starkes Gruppengefühl, getragen von Offenheit, gegenseitigem Respekt und wachsendem Mut. In den Workshops Aktionskunst, Musik, Film und Fotografie entstanden Stop-Motion-Filme, Performances und Songs, die persönliche Themen wie Heimat, Freundschaft, Freiheit, aber auch soziale Missstände und Wünsche für die Zukunft aufgriffen.
Die Teilnehmenden wagten sich auf kreative Weise an gesellschaftliche Fragen heran, entwickelten eigene künstlerische Ausdrucksformen und lernten, ihrer Stimme zu vertrauen. Auch wenn die Auseinandersetzung mit den Themen Strukturwandel und Regionalentwicklung anfangs als schwierig empfunden wurden, entstand mit der Zeit daraus doch ein lebendiger Dialog über Zugehörigkeit, Wünsche und Visionen. Die Jugendlichen brachten Fotos ihrer Lieblingsorte mit, erzählten andererseits aber auch von stillgelegten Bahnhöfen oder verwahrlosten Parks. Sie verwandelten diese Erzählungen in künstlerische Statements für eine lebenswertere Region. Die Woche endete ebenfalls mit einer beeindruckenden Präsentation aller Ergebnisse – getragen von echter Begegnung, neuer Freundschaft und dem Gefühl: Wir können etwas bewegen. Oder wie eine Teilnehmerin sagte: „Nach einer Woche YVA träumt man sein Leben ganz anders.“
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Mehr InformationenIm Future Camp III vom 21.-29.03.2025 begegneten sich junge Menschen aus Varnsdorf, Hoyerswerda und Jelenia Góra mit unterschiedlichen Sprachen, Lebensrealitäten und Geschichten, die sich nach und nach vorsichtig ineinander verflochten. Schon am ersten Tag öffneten sich viele, erzählten von ihrem Leben und fanden in dieser Verletzlichkeit Vertrauen.
In Workshops zu Design, Fotografie, Theater, und Film gingen sie der Frage nach, was Heimat für sie bedeutet – was fehlt, was sie hält, was sie forttreibt. Sie zeichneten Karten ihres Lebens, Orte ihrer Sehnsucht, und entwickelten Visionen für eine Region, die Jugendlichen mehr Raum, Gemeinschaft und Ausdruck schenkt.
So entstand unter anderem das Projekt „Endu.Range“ – ein gestalteter Sehnsuchtsort zwischen Natur, Sport und Zusammenhalt, sichtbar in Logos, Slogans, Plakaten, Merch und Mockups. In der Fotogruppe wurden Stadtlandschaften zu Bühnen innerer Prozesse, mit Serien, die Geschichten über Verlust, Hoffnung und Freiheit erzählten.
Auch wenn es individuelle Herausforderungen gab – Isolation und Unsicherheiten – blieb der Blick auf das Gemeinsame gerichtet, nicht auf das Trennende. Die Gruppe wuchs spürbar zusammen, trug einander mit, dachte groß, arbeitete mit Hingabe.
Und so ging eine Woche zu Ende, die zeigte, dass Wandel nicht laut beginnt, sondern leise – wenn man sich gesehen fühlt, gehört wird, und den Mut findet, mit anderen einen neuen Satz zu schreiben. „Das war die beste Woche meines Lebens!“, wie ein Teilnehmender sagte.
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Mehr InformationenConnection – ein Wort, das uns überall begegnet. Doch was bedeutet es eigentlich? In Zeiten von sozialen Medien, Livestreams und Gruppen-Chats scheint jeder mit jedem in Kontakt zu stehen. Ein Klick genügt, und wir sind mit jemandem am anderen Ende der Welt verbunden. Und doch fühlen sich viele Menschen einsam. Was ist der Unterschied zwischen „online sein“ und wirklich verbunden sein?
Genau dieser Frage gingen in diesem Jahr dreißig junge Menschen aus Tschechien, Polen und Deutschland im Rahmen des Summer Special 2025 nach. Vom 29. Juni bis 13. Juli erforschten sie, wie sich Vergangenheit mit Zukunft, Herz mit Verstand, Mensch mit Mensch verbinden lässt – nicht nur im digitalen Raum, sondern vor allem im echten Leben. Musik, Theater, Bewegung und Kreativität wurden zu ihrer Sprache, um echte Bindungen zu schaffen.
Das Ergebnis war eine einzigartige Performance, die in der Alten Bäckerei in Großhennersdorf begeistert aufgenommen wurde. Das Publikum war hier großartig – offen, aufmerksam und von der ersten Minute an auf einer Wellenlänge mit den Auftretenden. Die Atmosphäre war genau so, wie es sich die jungen Künstler gewünscht hatten – verbunden.
Der geplante Auftritt im tschechischen Broumov musste leider auf Grund des schlechten Wetters abgesagt werden. Umso mehr Energie steckte die Gruppe jedoch in ihr Abschlusskonzert in Polen, wo sie im Rahmen des Slot Art Festivals auf der Hauptbühne auftraten – und so richtig loslegten. Musik, Bewegung und Emotionen rissen das Publikum mit und zeigten, dass Verbindung intensiv, lebendig und ehrlich sein kann.
Das Summer Special 2025 war damit nicht nur ein künstlerisches Treffen, sondern vor allem eine persönliche Reise der Teilnehmenden zu der Erkenntnis, dass echte Verbindung zwischen Menschen nicht mit einem Klick entsteht, sondern durch Zeit, Aufmerksamkeit und gemeinsam erlebte Momente.
“You may say I am a dreamer but I’m not the only one.”
John lennon